Der Schulchor hat Lieder eingeübt, Lehrerinnen und Lehrer singen zur Unterstützung mit. Als Weihnachtslied gilt dabei auch „Echte Fründe ston zesamme“. Zwischen den Liedern tragen Jugendliche Weihnachtsgedichte vor, klassisch und traditionell. Ein Mädchen und ein Junge rezitieren mit Singstimme Koranverse; hierfür erhalten sie kräftigen Beifall, wie alle, die vortragen. Als der Imam aus dem Koran eine Stelle vorliest die von Maria und Josef und dem Jesuskind handelt, sind auch die „härtesten“ Schüler berührt, man hört die Stille knistern. Natürlich, sagt der Imam, sei es wichtig, den Geburtstag eines Propheten zu feiern. Jesus habe verkündet, was der Kern der Religionen sei, Frieden durch Barmherzigkeit. Als der evangelische Pfarrer zum Schluss spricht, zieht er den Kreis noch weiter. Bevor Christentum und Islam entstanden sind, haben die Menschen in den Psalmen ihre Verantwortung vor Gott besungen. Er zitiert Psalm 24: „Wer darf hinaufziehen zum Berg des Herrn, wer darf stehn an seiner heiligen Stätte? Der reine Hände hat und ein lauteres Herz, der nicht betrügt und keinen Meineid schwört. Er wird Segen empfangen vom Herrn und Heil vor Gott, seinem Helfer“. Die Schülerinnen und Schüler stellen Kerzen auf dem Altar. Zum Gedenken an ein Mädchen aus der achten Klasse, das schrecklicherweise vor kurzem ermordet wurde. Als ihr Vermächtnis formulieren zwei Jugendliche, dass sie die „Lehre“ annehmen wollten, sich vor falschen Freunden und schlechter Gesellschaft zu hüten- Sehr deutlich, aber auch sehr klar.